2025-09 Monument to the uprising of the people of Kordun an Banija
- joachim-schwarz2
- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Am 29.09.2025 vormittags besuchten wir das Denkmal was von weitem schon zu sehen war. Wir waren auf dem Weg nach Zagreb und da wir am Vortag vom Besuch des letzen Lost Place so begeistert waren liesen wir es uns nicht nehmen über eine Offroadstrecke mit unserer vollgepackten Honda Africa Twin CRF 1000 den Berg zu erklimmen auf dem das Gebäude steht. Nach dem Anstieg durch den Wald endete der Weg auf einem Vorplatz der befestigt war. Zuerst sahen wir die Nebengebäude und ich dachte als erstes wir haben eine Art Schulgebäude mit Vorplatz erreicht. Vor lauter Bäumen konnten wir das eigentliche Gebäude nicht sehen. Wir fuhren weiter auf dem Vorplatz und ich sehe es noch wie heute als die Bäume den Blick auf das Gebäude freigaben. Wau... war ich geflasht. Da tronte das Denkmal am höchsten Punkt des Berges den wir gerade unter den Rädern hatten. Ich war und bin auch heute noch sehr beeindruckt von dem Bau. Aus diesem Hintergrund habe ich dem Denkmal einen eigenen Blockeintrag geschrieben.

Wir hatten aller bestes Wetter, stellten die Maschine ab und gingen auf den Haupteingang zu. Rechts vom Eingang klaffte ein Loch in der Fassade mit einer Sprühdose stand dort geschrieben: officel entrance
Und los ging die Reise in ein Gebäude das so Spacy aussah wie ich vorher noch nie eins gesehen habe.
Hier ein bisschen Hintergrund zum Gebäude:
Das Denkmal des Aufstandes der Einwohner von Kordun und Banja
häufig vereinfacht Denkmal von Petrova Gora ist eine Gedenkstätte des jugoslawischen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg. Es befindet sich auf dem höchsten Gipfel Veliki Petrovac des zentralkroatischen Gebirges Petrova Gora. Seit den 1990er Jahren wurde die Gedenkstätte im Zuge der jugoslawischen Zerfallskriege verlassen und verfällt seither zunehmend.
Geschichtlicher Hintergund
Das Denkmal erinnert an den Aufstand und die Widerstandsbewegung der Bewohner von Kordun und Banija gegen den nationalsozialistischen Faschismus sowie an dessen zivile Opfer und die gefallenen Widerstandskämpfer.
Die ersten Einheiten der jugoslawischen Partisanen in der Gegend von Kordun und Banja wurden im Frühsommer 1941 aufgestellt. In diesen kämpften ethnische Serben und Kroaten gemeinsam gegen die faschistischen Besatzer. Die Region um Petrova Gora spielte im Befreiungskampf der Partisanen eine wichtige Rolle: Hier gründete sich das kroatische Hauptquartier der Volksbefreiungsarmee, hier befand sich während des Krieges ein großes Lazarett der Partisanen und im Jahr 1944 fand in Topusko die dritte Sitzung des Antifaschistischen Landesrates der Volksbefreiung Kroatiens (ZAVNOH) statt.
Der Entwurf stammte vom bekannten jugoslawischen Bildhauer Vojin Bakić. Das Denkmal wurde im Jahr 1981 fertig gestellt.
Bau des Denkmals
Bakić, dessen Denkmal des Sieges der Einwohner Slawoniens in Kamenska 1968 fertig gestellt worden war, gewann 1970 in der zweiten Runde den Wettbewerb zur Errichtung der Gedenkstätte. Das Denkmal in Kamenska wies ebenfalls eine reflektierende Edelstahlverkleidung auf.
Der Zuschlag war zunächst an Igor Toš gegangen, allerdings wurde sein Entwurf nach Konflikten u. a. bzgl. der baulichen Umsetzung zurückgestellt. Dem Komitee zum Bau des Denkmals stand Vladimir Bakarić vor. Obwohl der Bau ein Jahrzehnt dauerte, war zum Zeitpunkt der Einweihung am 4. Juli 1982 (Tag der Kämpfer) nur die Fassade komplett fertig gestellt. Die endgültige Fertigstellung der Innenräume konnte aufgrund der politischen Instabilität nach dem Tode Titos 1980 nicht mehr vollendet werden.
Das Denkmal
Das Denkmal besteht überwiegend aus Architekturelementen. Grundlage stellt eine Stahlbetonkonstruktion dar, die mit geformten Edelstahlplatten verkleidet ist. Das Innere des Gebäudes beinhaltete ein Museum, in dem sich eine dauerhafte Ausstellung zum antifaschistischen Widerstand in der Region befand. Die umliegenden Gebäude und Flächen des Komplexes dienten der Erholung und Freizeitgestaltung. Von einem Aussichtspunkt auf dem Gebäude war ein Blick bis nach Slowenien, Bosnien und Herzegowina und Zagreb möglich.
Der Kunstexperte Tonko Maroević verweist auf die deutliche Ähnlichkeit des Denkmals mit einer früheren Skulptur Bakićs mit dem Titel Sliced Segments. Maroević sah darin einen „Rückschritt“, da diese Skulptur bereits Mitte der 1970er Jahre entstanden war. Maroević unterstellte Bakić eine schwindende Kreativität in den frühen 1980er Jahren, sodass sich dieser auf seine früheren Skulpturen zurück besonnen habe.
Zerstörung nach 1991
Nach der Unabhängigkeitserklärung der kroatischen Teilrepublik von Jugoslawien 1991 und dem anschließenden Krieg setzte eine zunehmende Vernachlässigung der antifaschistischen Denkmäler und Erinnerungsstätten ein und das Museum war nach 1995 zunehmend dem Verfall und mutwilliger Zerstörung preisgegeben. Die Zerstörungen der Gedenkstätte halten immer noch an – insbesondere der wertvolle Edelstahlmantel wird entwendet. Trotz Protesten antifaschistischer Organisationen haben weder lokale noch nationale Behörden eine weitere Zerstörung bisher verhindern können. Formell untersteht die Anlage dem Schutz des kroatischen Kulturministeriums.
Ein Telekommunikationsanbieter erhielt die Erlaubnis, auf dem Hauptgebäude einen Sendemast zu errichten, was das ursprüngliche Erscheinungsbild weiter entstellt.
Eine wichtige Rolle für den Erhalt und eine mögliche Restauration der Gedenkstätte spielt das 2004 gegründete Kulturkollektiv WHW. WHW organisierte zwei Ausstellungen 2007 und 2008 (in Graz und Zagreb), die sich mit dem Vermächtnis Bakićs beschäftigten. Sie riefen zudem 2013 die Aktion Petrova Gora: yesterday, tomorrow, how to think Petrova Gora ins Leben. Die Kosten einer Restauration werden auf mehrere 10 Millionen Euro geschätzt.

Gefühlt besteht das ganze Gebäude von innen aus einer riesigen Stahlbetontreppe. Sicherlich statisch relevant. Alles Andere wurde an diese Treppe anbetoniert...
Vom Dach aus hat man einen grandiosen 360 Grad Rundumblick über Kroatien. Bei gutem Wetter kann man bis nach Bosnien und Herzegowina, Slowenien und Zagreb schauen.
Nach 1,5 bis 2 Stunden standen wir wieder vor den Eingang und haben noch eine Ehrenrunde um das Gebäude gedreht, noch ein paar Fotos von unserer Maschine vor dem Bau gemacht. Kurz vor unserer Abfahrt kamen 3 weitere Enduros die eine Anreise aus Estland hinter sich hatten. Die drei hatten das gleiche Ziel wie wir. Wir zeigten den dreien den Eingang und verabschiedeten uns. Wir nahmen den gleichen Weg offroad zurück auf dem wir den Berg zuvor erklimmt haben und konnten, auch noch nach eine Stunde mit Kurs Zagreb, ab und an das Gebäude von weitem auf der Bergspitze sehen. Sehr beeindruckend...





















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